Der Teich Siloah im Süden der Davidstadt ist eine der wichtigen Stätten Jerusalems, die im Alten wie im Neuen Testament genannt werden. Seit Ende 2022 wird er erstmals vollständig ausgegraben. Die Ergebnisse haben unser Bild deutlich verändert: Ein gewaltiger Staudamm aus der Zeit der Könige Joasch oder Amazja (um 800 v. Chr.) bildet die Grundlage des Teiches, und die Ausmaße des Teiches sind enorm. Die Frage, wo genau der Blinde aus Johannes 9 sich wusch, wird wieder diskutiert. Manche vermuten, dass es doch der kleine Teich am Ausgang des Hiskiatunnels war, wobei dieser – jedenfalls in seiner heutigen Form, nicht tief genug für eine Mikwe ist.
Der Teich in der Bibel
Die Bibel nennt Siloah über rund 700 Jahre hinweg. Die Stellen zeigen, dass der Ort schon zur Königszeit Judas eine feste Größe war, nicht erst zur Zeit Jesu.
Bibelstelle
Inhalt
Zeit
Jesaja 8, 6
„die Wasser zu Siloah, die stille gehen“ als Bild für Gottes Fürsorge. Schon zu diesem Zeitpunkt muss der Teich so groß gewesen sein, dass der Wasserfluss durch den Teich kaum bemerkbar war.
8. Jh. v. Chr.
2. Könige 20, 20; 2. Chronik 32, 30
Hiskia leitet das Wasser der Gihonquelle in die Stadt
um 700 v. Chr.
Nehemia 3, 15
Mauer am „Teich Schelach“ beim Königsgarten wird wieder aufgebaut
5. Jh. v. Chr.
Lukas 13, 4
der eingestürzte Turm in Siloah
1. Jh. n. Chr.
Johannes 9, 7
Jesus sendet den Blindgeborenen zum Waschen an den Teich Siloah
1. Jh. n. Chr.
Forschungsgeschichte
Der Teich wurde über 130 Jahre hinweg immer nur in Teilen sichtbar. Erst seit 2022 ist eine vollständige Freilegung möglich.
Jahr
Ereignis
1890er
Frederick Jones Bliss und Archibald Campbell Dickie legen einige Stufen frei (City of David)
Bei Kanalarbeiten werden Steinstufen aus der Zeit des Zweiten Tempels entdeckt; Ronny Reich und Eli Shukron graben sie aus (Wikipedia)
Dez. 2022
Die Israelische Altertümerbehörde kündigt die vollständige Ausgrabung an, gemeinsam mit der Nationalparkbehörde und der City of David Foundation (City of David)
Die 2004 gefundenen Stufen sind die, die auf unserem bisherigen Foto zu sehen sind. Der angrenzende Garten mit Ölbäumen, unter dem man den eigentlichen Teich vermutete, war lange nicht zugänglich; nach einem Besitzerwechsel konnte dort gegraben werden (Armstrong Institute).
Die neuen Grabungen seit 2022
Die vollständige Freilegung hat eine bisherige Annahme hinterfragt: Das große Becken ist als Ganzes – in komplett gefülltem Zustand – zu tief, um nur als rituelles Tauchbad (Mikwe) gedient zu haben (All Israel News). Das eine schließt aber das andere nicht aus. Eine zuverlässige Versorgung mit Wasser war für Jerusalem, wie für jede Stadt, immer oberste Priorität. Neue Kernbohrungen vom Toten Meer zeigen, dass lange Perioden von Trockenheit, unterbrochen durch heftige Regenfälle mit Sturzfluten, die Stadtplaner nicht nur zum Bau des Hiskiatunnels bewegt haben, auch der neu entdeckte Staudamm diente dazu, dass bei Sturzfluten möglichst viel Wasser ins Teich gelenkt und aufbewahrt werden konnte. Damit ist nicht gesagt, dass die 2004 entdeckten Stufen nicht zu dem Teich gehören, den Johannes 9 und die Mischna meinen (Approaching Jerusalem).
Für Hiskia ergibt sich ein klareres Bild: Er leitete das Wasser durch seinen Tunnel in einen Teich, der bereits bestand (All Israel News).
Die biblische Angabe, dass Hiskia „den Teich und die Wasserleitung“ anlegte (2. Könige 20, 20), wird dadurch nicht widerlegt. Sie lässt sich nun als Ausbau eines älteren Systems verstehen.
Der Staudamm aus der Zeit des Joasch (2025)
Im August 2025 wurde der größte bisher in Israel gefundene antike Staudamm vorgestellt. Er entstand zwischen 805 und 795 v. Chr., also unter König Joasch oder seinem Nachfolger Amazja (TPS).
Merkmal
Befund
Höhe
etwa 12 m
Stärke
über 8 m
Freigelegte Länge
21 m, setzt sich jenseits der Grabung fort
Datierung
805–795 v. Chr., Genauigkeit rund 10 Jahre
Ausgräber
Dr. Nahshon Szanton, Itamar Berko, Dr. Filip Vukosavović (Altertümerbehörde)
Datierung durch
Dr. Johanna Regev und Prof. Elisabetta Boaretto (Weizmann-Institut)
Wie datiert wurde: Im Mörtel des Damms steckten Strohhalme und Zweige, die beim Bau hineingeraten waren. Ihre Radiokarbondatierung erlaubt eine ungewöhnlich genaue Bestimmung (Archaeology Magazine).
Wozu er diente: Der Damm fing das Wasser der Gihonquelle auf und lenkte zugleich Sturzfluten aus dem Tyropoiontal zum Kidron ab (TPS). Klimadaten aus Bohrkernen des Toten Meeres und der Soreq-Höhle zeigen für diese Zeit wenig Regen, unterbrochen von heftigen Unwettern (TPS).
Ein Gesamtsystem: Turm und Kanal an der Gihonquelle ergaben ähnliche Daten. Zusammen zeugen sie von einer planvollen Wasserversorgung Jerusalems schon im späten 9. Jahrhundert v. Chr. (ebd.).
Veröffentlicht ist die Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) 2025.
Was offen bleibt
Zwei Fragen sind derzeit nicht abschließend beantwortet.
Der Teich aus Johannes 9: Dass es zur Zeit Jesu einen Teich Siloah gab, ist unbestritten. Ob die Stufen von 2004 zu ihm gehören oder ob das Tauchbecken der Pilger an anderer Stelle lag, wird wieder diskutiert. Wir müssen bei alem im Kopf behalten, dass gerade zu den Zeiten der großen Festen mit zig-tausenden Pilgern aus ganz Israel und Juda, große rituelle Badeanlagen in der Nähe der Zugänge zur Stadt gebraucht wurden. Am Essenertor und Schafstor wie am Ophel sind solche ausgegraben worden. Für alle, die aus Judäa und aus Galiläa, die den Weg über Jericho genommen haben, wäre der Teich Siloah nicht überdimensioniert gewesen. Es ist wahrscheinlich, dass der Teich sowohl als Wasserresorvoir als auch als rituelles Reinigungsbad gedient hat.
Der Teich der Hiskia-Zeit: Seine genaue Lage ist bisher nicht nachgewiesen. Vermutet wird er unter dem späteren Teich oder im Garten südlich davon (Biblical Archaeology Society).
Wir werden diese Seite ergänzen, sobald die Grabungsergebnisse veröffentlicht sind.
Bedeutung für das Bibelverständnis
Der Damm belegt ein leistungsfähiges Königtum in Jerusalem um 800 v. Chr. – zu einer Zeit, für die manche Forscher Juda noch als unbedeutendes Kleinkönigtum ansahen.
Die Bauberichte über Joasch (2. Könige 12; 2. Chronik 24) erhalten einen archäologischen Hintergrund, auch wenn der Damm dort nicht eigens erwähnt wird.
Jesajas Bild von den „stillen Wassern zu Siloah“ (Jesaja 8, 6) bezog sich auf eine damals schon rund hundert Jahre alte, eindrucksvolle Anlage.
Hiskias Tunnel (2. Könige 20, 20) erscheint als Teil eines größeren, gewachsenen Wassersystems.
Für Johannes 9 gilt: Der Ort ist gesichert, seine genaue Gestalt zur Zeit Jesu wird gerade neu erforscht.
Das Beispiel zeigt, wie sich Archäologie und Bibeltext gegenseitig erhellen: Neue Funde bestätigen nicht nur, sie verändern auch unser Bild – und laden dazu ein, den Text genauer zu lesen.
Literatur und Quellen
Fachveröffentlichung
J. Regev, N. Szanton, F. Vukosavović, I. Berko, Y. Shalev, J. Uziel, E. Mintz, L. Regev, E. Boaretto: Radiocarbon dating of Jerusalem’s Siloam Dam links climate data and major waterworks. Proceedings of the National Academy of Sciences 122 (35), 2025, e2510396122. doi:10.1073/pnas.2510396122
Vor der Veröffentlichung bitte prüfen und diesen Abschnitt dann löschen.
Die Aussage „zu tief für eine Mikwe“ stammt aus einem populären Bericht. Bitte an einer Veröffentlichung der Altertümerbehörde oder einem Fachaufsatz gegenprüfen.
Das Foto von Erhard Bisanz behalten, die Bildunterschrift aber anpassen: Stufen von 2004, Zuordnung zu Johannes 9 derzeit offen.
Rechte für ein Foto des Damms klären (Altertümerbehörde oder City of David).
Zitat Jesaja 8, 6 an die auf der Seite übliche Bibelübersetzung angleichen.
Querverweise setzen: „Könige nach der Reichsspaltung – Siloah-Tunnel“ und „Könige nach der Reichsspaltung in Israel und Juda“.
Überlegen, ob ein neutraler Satz zur Lage in Silwan (Ost-Jerusalem) und zur Beteiligung der City of David Foundation aufgenommen wird; beides ist politisch umstritten (Live the Ark Life).
Zwei Forschungsprojekte haben das Bild der Grabeskirche seit 2016 deutlich geschärft. Die Restaurierung der Grabesädikula zeigte, dass die Grabanlage schon unter Kaiser Konstantin um 345 n. Chr. ausgestaltet wurde. Die Grabungen unter dem Kirchenboden seit 2022 belegen, dass auf dem früheren Steinbruchgelände ein Garten mit Ölbäumen und Weinreben lag – so wie es Johannes 19, 41 beschreibt.
Golgatha und das Grab in den Evangelien
Die neutestamentlichen Texte nennen drei Ortsmerkmale, die sich archäologisch prüfen lassen: außerhalb der Stadt, nahe an der Stadt, und ein Garten mit einem neuen Felsengrab.
Bibelstelle
Ortsangabe
Johannes 19, 17
Golgatha, „Schädelstätte“
Johannes 19, 20; Hebräer 13, 12
nahe der Stadt, aber außerhalb des Tores
Johannes 19, 41–42
ein Garten an der Kreuzigungsstätte, darin ein neues, unbenutztes Grab
Matthäus 27, 60; Markus 15, 46
ein in den Fels gehauenes Grab, verschlossen mit einem Stein
Markus 15, 47
die Frauen sehen, wohin Jesus gelegt wird
Die heutige Kirche liegt innerhalb der Altstadtmauern. Zur Zeit Jesu verlief die Stadtmauer jedoch weiter östlich und südlich; das Gelände lag damals außerhalb der Stadt.
Vom Steinbruch zur Kirche
Die Geschichte des Ortes lässt sich heute in mehreren Schichten nachzeichnen, von der Königszeit Judas bis zu den Kreuzfahrern.
Zeit
Nutzung des Geländes
Königszeit bis 1. Jh. v. Chr.
Kalksteinbruch; wegen minderer Steinqualität aufgegeben, Golgatha bleibt als Felskuppe stehen (Kroll, S. 366)
1. Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.
Garten und Begräbnisplatz mit Felsengräbern
um 135 n. Chr.
Hadrian lässt das Gelände aufschütten und einen Tempel errichten (Eusebius)
um 325/326
Konstantins Gesandte lassen den Tempel abtragen und finden darunter ein Felsengrab (National Geographic)
1009
Die Kirche wird vollständig zerstört und später wieder aufgebaut (National Geographic)
12. Jh.
Der heutige Bau geht im Wesentlichen auf die Kreuzfahrer zurück (Fox News)
Wichtig für die Glaubwürdigkeit der Ortstradition: Die Erinnerung an den Ort überdauerte von der Urgemeinde bis zu Konstantin. Gerade Hadrians Tempel markierte die Stelle ungewollt.
Neue Forschung seit 2016
Die Öffnung des Grabes (2016/17). Bei der Restaurierung der Grabesädikula durch die Technische Universität Athen wurde das Grab am 26. Oktober 2016 für rund 60 Stunden geöffnet (Denver Catholic).
Unter der Marmorverkleidung lag eine ältere, zerbrochene Marmorplatte mit eingeritztem Kreuz, direkt auf der ursprünglichen Kalksteinbank (National Geographic).
Der Mörtel darunter wurde auf etwa 345 n. Chr. datiert, also in die Zeit Konstantins. Bis dahin reichten die ältesten Baubefunde am Grab nur bis in die Kreuzfahrerzeit (National Geographic).
Ein erheblicher Teil der ursprünglichen Grabhöhle ist in den Wänden der Ädikula erhalten (National Geographic).
Die Ergebnisse erschienen 2018 im Journal of Archaeological Science: Reports.
Die Grabungen unter dem Fußboden (seit 2022). Die drei Hauptgemeinschaften – Griechisch-Orthodoxe, Franziskaner und Armenier – ließen den Kirchenboden erneuern. Die begleitenden Grabungen leitet Prof. Francesca Romana Stasolla (Universität La Sapienza, Rom), in Abstimmung mit der israelischen Altertümerbehörde (MECC). Es ist die erste große Restaurierung der Kirche seit fast zwei Jahrhunderten (Fox News).
Der Garten (2025)
Im März 2025 stellte Prof. Stasolla Befunde vor, nach denen das Gelände vor dem Kirchenbau als Garten genutzt wurde (BibleArchaeology.org).
Pflanzenreste: Pollenanalysen und archäobotanische Untersuchungen ergaben Ölbäume und Weinreben; gefunden wurden auch Olivenkerne, Traubenkerne und Tierknochen (MECC).
Anlage: Niedrige Steinmauern wurden errichtet und die Zwischenräume mit Erde aufgefüllt, um den aufgelassenen Steinbruch nutzbar zu machen (Abouna).
Zeitstellung: Nach Lage in den Schichten gehören die Funde in die vorchristliche Zeit; eine Radiokarbondatierung stand bei der Bekanntgabe noch aus (Orthochristian). Stasolla ordnet sie zwischen die Nutzung als Steinbruch und die römische Zeit ein, als das Gelände als Begräbnisplatz diente (Fox News).
Die Abfolge Steinbruch – Garten – Grabstätte entspricht damit genau dem, was Johannes 19, 41 voraussetzt: ein Garten an der Kreuzigungsstätte, darin ein neues Grab. Die vollständige Auswertung und Veröffentlichung wird nach Angabe der Ausgräber noch viele Jahre dauern (Abouna).
Was offen bleibt – und was die Befunde bedeuten
Archäologisch lässt sich nicht beweisen, dass gerade dieses Grab das Grab Jesu war (National Geographic). Die Befunde stützen aber die Ortstradition an drei Punkten:
Das Gelände lag zur Zeit Jesu außerhalb der Stadt und nahe an ihr (Johannes 19, 20).
Es war ein aufgelassener Steinbruch mit Garten und Felsengräbern des 1. Jahrhunderts (Johannes 19, 41).
Die Grabanlage, die Konstantins Leute um 326 freilegten, ist durch die Mörteldatierung als konstantinisch gesichert; die Kirche steht seither ohne Bruch der Tradition an derselben Stelle.
Offen sind die genaue Datierung der Gartenschicht durch Radiokarbonmessungen und die Gesamtveröffentlichung der Grabung. Wir ergänzen diese Seite, sobald die Ergebnisse vorliegen.
Literatur und Quellen
Bücher und Fachaufsätze
Gerhard Kroll: Auf den Spuren Jesu. Leipzig: Benno, 10. Aufl. 1988.
Martin Biddle: The Tomb of Christ. Stroud: Sutton, 1999.
A. Moropoulou u. a.: Bericht zur Mörteldatierung der Grabesädikula. Journal of Archaeological Science: Reports, 2018 (genaue Angabe ergänzen).
Eusebius von Caesarea: Über das Leben des Kaisers Konstantin, Buch III, Kap. 25–41 (Bibliothek der Kirchenväter).
Eine im Sommer 2025 in Tel Lachisch (Israel) entdeckte Inschrift stellt bisherige sprachwissenschaftliche Annahmen infrage. Der Fund wurde im Februar 2026 im Jerusalem Journal of Archaeology veröffentlicht.
Der Kern der Entdeckung
Auf einem Tongefäß aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. fand sich der Personenname B’lšlt (בעלשלט) – zusammengesetzt aus „Baal“ und dem Wortstamm šlt („herrschen“). Die Bedeutung: etwa „Baal herrscht“.
Warum das bedeutsam ist
Das Wort šalit (שליט, „Herrscher/Regent“) galt bisher als spätes aramäisches Lehnwort, das erst in der Perserzeit (ab ca. 6. Jh. v. Chr.) ins Hebräische gelangte. Genau dieses Wort wird jedoch in Genesis 42,6 für Joseph verwendet: „Joseph war der šalit über das Land.“
Kritiker datierten die Josephsgeschichte deshalb oft in die persische oder sogar hellenistische Zeit. Die neue Inschrift belegt nun, dass der Wortstamm bereits rund 600–800 Jahre früher im Kanaan der Spätbronzezeit gebräuchlich war.
Weitere Erkenntnisse
Die Inschrift zeigt eine fortgeschrittenere Schriftentwicklung als bisher für diese Zeit angenommen.
Der Fund stützt die These des verstorbenen Bibelwissenschaftlers Gordon Wenham, der šalit als altsemitischen Begriff und nicht als spätes Lehnwort einordnete.
Fazit
Die Entdeckung liefert einen archäologischen Beleg dafür, dass Josephs Titel zeitlich zur erzählten Epoche passt – ein Argument gegen späte Datierungen der biblischen Josephsgeschichte.
Vorbemerkung: Viele Menschen haben aus unterschiedlichen Gründen wenig Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Bibel. Wir hoffen, mit unserem Angebot Bedenken abzubauen. Zum Einstieg bieten wir:
Ferner weisen wir hier auf interessante Astronomische Filme zur Schöpfung
Der kanadische Astrophysiker und Direktor der Sternwarte in Vancouver Hugh Norman Ross zeigt in drei Filmen die Wege zur Schöpfung. Er beginnt seine Darstellungen mit unserem Sonnensystem, setzt sie fort mit der Betrachtung unserer Milchstraße und der Nachbargalaxien und befasst sich schließlich mit dem Weltall:
Im Lukastext ist offensichtlich von zwei Volkszählungen die Rede. Einmal von der reichsweiten Zählung der römischen Staatsbürger und zeitgleich von der Zählung der Einwohner in der Provinz Judäa. Die reichsweite Zählung erfolgte nach dem Tatenbericht von Kaiser Augustus im Jahr 8 vor unserer Zeitrechnung. Die Provinzzählung war nach Lukas die erste
Ein weiterer Zugang zur Festlegung des Geburtsjahres von Jesus ist der Matthäus-Bericht über die Sterndeuter aus dem Osten.
Der Stern von Bethlehem
Lange Zeit hat man gerätselt, was es mit dem „Stern von Bethlehem“ (in Matthäus 2, 1-11) auf sich hat. Es gab zahlreiche Vermutungen, unter anderem dass es sich um einen Kometen handele..
Inzwischen haben bekannte Astronomen die Entdeckung von Johannes Kepler (1504 – 1600) aufgegriffen: Es handele sich um eine besondere „Sternkonstellation“ (eigentlich Planeten) gefunden. Diese besondere Konstellation gibt es nur alle 854 Jahre wenn die Planeten Jupiter und Saturn sich in ihren Umlaufbahnen so nähern, dass sie miteinander zu zerschmelzen scheinen. Das haben auch babylonische Sterndeuter beobachtet. Man hat in Babylon Keilschrift-Tafeln gefunden, die dieses Ereignis beschreiben. Jupiter, der große leuchtende „Stern“ (der damalige Königstern) und der kleinere Saturn (der „Stern“ symbolisch für Judea) begegnen sich im Zeitraum von etlichen Wochen im Sternbild der Fische drei Mal hintereinander. Damals war es im Jahr 7 vor unserer Zeitrechnung.
Weil die babylonischen Sterndeuter die Geburt eines großen Herrschers (Jupiter) in Judäa (Saturn) erwarteten, nahmen sie kostbare Geschenke mit. Für das Sternereignis spricht auch die Erwähnung des Stillstandes (die Konjunktion) des Planeten über Bethlehem beim Matthäus. Hier geht es zum ausführlicheren Eintrag.
Immer wieder wird die Echtheit der Texte des Neuen Testaments angezweifelt. Daher haben wir Forschungsergebnisse zum Neuen Testament zusammengestellt. Es ist erstaunlich, dass sich von den frühesten Handschriften an bis zum Mittelalter nur sehr kleine Unterschiede zwischen den Texten zum Neuen Testament gezeigt haben.
Die allgemeine Anerkennung von Büchern des Neuen Testaments durch christliche Autoritäten hat schon sehr früh, zum großen Teil schon zu Beginn des 2. Jahrhunderts, stattgefunden, auch wenn es in dieser Zeit noch kaum kirchliche Organisation gab.
Im Gegensatz zum Alten Testament konnten wir beim Neuen Testament teilweise auf bereits veröffentlichet Vorlagen im Internet verweisen.
Dankbar sind wir der William Carey International University Press aus Pasadena für die Genehmigung der Übernahme von zwei Beispieltexten aus den Werken von Reuben J. Swanson.
Danken möchten wir auch dem Theologen Oliver Bisanz (*1969 + 2016), der uns wertvolle Hinweise auf die Quellen der Schriften des Kirchenvaters Irenäus von Lyon geliefert hat.
Schon seit längerer Zeit gibt es Behauptungen in Zeitschriften, wie z. B. im Spiegel Nr. 52 von 2002, dass es keine historischen Nachweise für die Echtheit der Schriften des AT gibt. Das AT soll ein Gespinst von Legenden sein.
In Fernsehberichten, wie in der ZDF-Dokureihe (vom 25.-28.3.2005), wird behauptet, dass der jüdische Gott eine Erfindung des jüdischen Volkes ist.
Es werden Meinungen einiger Forscher wiedergegeben, die diese Thesen unterstützen. Doch keiner von ihnen hat die Behauptungen mit historischen Funden belegt.
Daher haben wir uns bemüht, archäologische Quellen auszuwerten.
Darüber hinaus wird unterstellt, dass die Welt nicht eine Schöpfung Gottes sein kann, weil naturwissenschaftliche Gründe dagegensprechen. Deshalb haben wir uns auch mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen befasst.
Für Literaturhinweise möchten wir besonders Herrn Dr. Martin Heide von der Ludwig Maximilians-Universität München danken.
Für die Überlassung der Erlaubnis, das Foto der Stele von Adad Narari III zu veröffentlichen (in S. Dalley: Iraq 30, 1968, S. 139 ff), möchten wir der British School of Archaeology in Iraq danken.
Für die Überlassung der Erlaubnis, Fotos aus H. Tadmor: The Inscriptions of Tiglath-pileser III King of Assyria, 1994, Jerusalem, zu veröffentlichen, möchten wir Donny Finkel, Director of Publications der Israel Academy of Sciences and Humanities, danken.