Alt-ägyptische Schrift (Hieroglyphen)

Die Erforschung der Hieroglyphen begann mit dem Auffinden des Rosette-Steins. Während der ägyptischen Expedition Napoleons wurde der Stein 1799 von einem französischen Offizier namens Pierre François Xavier Bouchard bei Rosette im Nildelta gefunden. Es ist eine steinerne Stele mit einem in drei Schriften (Hieroglyphen, Demotisch, Altgriechisch) eingemeißelten Priesterdekret.

Die ägyptische Hieroglyphen-Schrift besteht aus drei Grundtypen von Zeichen

– Lautzeichen (Phonogramme)

– Bildzeichen (Ideogramme)

– Deutzeichen (Determinative)

Lautzeichen können sein: 24 Einkonsonantenzeichen und Mehrkonsonantenzeichen. Bildzeichen bedeuten zunächst einmal das, was sie darstellen. Deutzeichen stehen am Ende von Wörtern, die aus Lauten (Konsonanten) gebildet wurden und bezeichnen den Bedeutungsbereich, in den ein Wort gehört.

Die Zeichen werden in horizontale und vertikale Reihen angeordnet. Von etwa 3000 v. Chr. bis hinein in das späte 4. Jahrhundert n. Chr. war die Hieroglyphenschrift in Gebrauch und die letzte datierbare Inschrift befindet sich auf dem Hadrianstor von Philae vom 24. August 394 n. Chr.

Die Hieroglyphen wurden in fortlaufenden Zeilen geschrieben, aber ohne Zwischenräume oder Interpunktion. Deutzeichen trennen die Worte. Für gewöhnlich waren die „Buchstaben“ nach rechts ausgerichtet, so dass der Text von rechts nach links und von oben nach unten gelesen wurde. In bestimmten, jedoch recht seltenen Fällen, konnte die Ausrichtung auch von links nach rechts erfolgen.

 

Beispiel: Merenptah-Stele mit Israel Segment

Israel wird Isrỉar geschrieben (das „l“ war nicht bekannt). Das Deutzeichen ist: Wurfholz (für Ausländer-Nomaden) mit sitzendem Mann und Frau (bedeutet: Mensch) über 3 vertikalen Strichen (bedeutet: Plural).